Angus aus Kärnten – in Österreich die klare Nummer 1

Wie im neuen LKV Jahresbericht von 2014 nachzulesen, hat die Rasse Angus erneut stolze Zuwächse zu verzeichnen.

In Österreich stieg die Zahl der Angus Zuchtkühe von 1197 im Jahr 2013 auf 1279 Kühe im Jahr 2014. Diese Steigerung von +6,8% ist die drittbeste Quote aller klassischen Fleischrinderrassen (nach Limousin und Aubrac – ausgenommen wurden die ÖPUL Förderrassen). Mit 88 Züchtern und den 1279 Kühen liegt Angus nun ganz klar an vierter Stelle hinter Fleckvieh (4752 Kühe), Charolais (1780 Kühe) und Limousin (1564 Kühe). Die ganz großen Verlierer sind wieder einmal die beiden Extensivrassen Hochlandrind (-9,0 % Verluste bei den Kühen von 2013 auf 2014) und Galloway (-13,3%). Überhaupt haben diese beiden Rassen in den letzten 10 Jahren 34% (HC) bzw. 58,9% (GA) ihrer Herdebuchkuh-Population verloren!

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Beim Leistungsbericht stechen die Angus aus Kärnten deutlich vor allen anderen Bundesländern hervor: In Kärnten wiegt ein einjähriger Angusbulle durchschnittlich 461,9 kg und sein weibliches Pendant 421,3 kg. Zweitbestes Bundesland ist hier OÖ mit 445,7 kg bzw. 367,9 kg. Die Leistung, vielleicht besser gesagt die Leistungsfähigkeit der Genetik, zeigt in Österreich bei den Angus wie auch bei vielen anderen Rassen auch, eine deutliche Inhomogenität. In Tirol, Vorarlberg und dem Burgenland kommt der einjährige Angusbulle nicht einmal auf 360 bzw. 350 kg! Angus in Kärnten ist schwerer als die Charolais in allen anderen Bundesländern außer der Charolais -Hochburg Kärnten. Doch auch hier fehlt dem Angusbullen gerade einmal 20,3 kg auf den Kärntner Charolais Jahrling.

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Bei den weiblichen Tieren ist die Anguskalbin sogar 10 kg schwerer als eine Charolaiskalbin. Angesichts dieser Fakten, toller Zuchtvieh Export Statistik und großem Interesse an Angustieren hat es sich gelohnt, dass die Angus Züchter in Kärnten in den letzten Jahren keine Kosten und Mühen gescheut haben, die Rasse genetisch zu verbessern.

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Importe aus dem Mutterland Schottland, wo der Angus unglaublich leistungsstark ist, eine großen Zahl an Embryotransfers von weltweiten Spitzentieren und die Besamung mit britischen, australischen und dänischen Bullen haben die Kärntner Angus nach vorne katapultiert. Lohn der Arbeit: Es interessieren sich die ersten Mutterkuhhalter für Angusbullen zur Kreuzung. Diese Betriebe haben lange Jahre Charolaisbullen eingesetzt und haben von den Schwergeburten und Totgeburten schlichtweg die Schnauze voll. Den eines hat man in Kärnten bei den Angus nicht vergessen: Das Geburtsgewicht äußerst moderat zu halten. Dies ist nur möglich mit den Kenntnissen aus dem EBV Zuchtwertsystem in UK, Kanada, Australien und den USA.